Falerte, Teil 13: Tagebuch des Falerte Khantoë

XII: Tagebuch des Falerte Khantoë

 

04. 06. 3979, Abajez

Es sind gerade einmal zwei Tage vergangen seit meinem letzten Eintrag. Und doch ist bereits wieder einiges geschehen. Gestern Mittag erreichten wir den Hafen Abajez. Wir sind also in Nardújarnán! Und noch leben wir, trotzend allen Drohungen…

Wir waren bereits zwei Nächte zuvor an der ersten Landzunge Nardújarnáns vorbeigekommen, wie ich erfahren habe. Das war die Nacht, in der ich der Puidor-Gestalt auf dem Vordeck begegnet bin. Ob er es nun wirklich war oder nicht – vielleicht war er an der Stelle von Bord gefallen um das Land erreichen zu können. Soviel zu meinen ganzen Überlegungen. Auch habe ich mir gedacht vielleicht ein Reisebuch zu verfassen. Grundlage dazu könnten meine Tagebucheinträge werde. Ob das jemand lesen würde? Na vermutlich wird es nie dazu kommen…

Abajez ist die westlichste Stadt von Nardújarnán, in der man nicht nur Krieger eines Außenpostens in der Wildnis findet, sondern eine richtige kleine Stadt mit richtigen Bürgern. Uns wurde erneut erlaubt den Abend über an Land zu gehen. Abajez wirkte vertraut und fremd zugleich. Vertraut, da die Siedler größtenteils aus Rardisonán stammen und abgesehen von ihrem seltsamen Dialekt, dem Toljúepa, wie aus Rardisonan oder Belané kommend wirken, Städte, die mir schon vertraut sind. Fremd war die Stadt wegen ihres eigenwilligen, andersartigen Baustils und der fremden Landschaft. Dies ist nicht zuletzt schließlich einfach nicht Rardisonán, Ramit oder Omérian. Abajez liegt in der Provinz Galjúin, einer zerklüfteten Mischung aus Berg- und Meerland mit etlichen Buchten. Der größte Fluss dieser Landen ist die Mijalar (oder Mijalaría im Toljúepa). Der Name ‚Kalte Wasser‘ geht darauf zurück, erzählte man mir, dass der Fluss größtenteils ein reißender Gebirgsfluss ist. Erst am Ende seiner Reise beruhigt er sich. Dort, was auch für große Schiffe wie unseres befahrbar ist, liegt denn Abajez. Auch die umgebende Landschaft ist die flachste und ruhigste von ganz Galjúin. Als westliche Stadt ist sie zwangsweise der erste Anlaufpunkt für Schiffe aus dem Westen und die Bürger sind gut auf diesen Umstand eingerichtet. Zahlreiche Händler und Kneipen erwarteten uns bereits im Hafenviertel.

Während wir uns vergnügen, so erfuhren wir erst heute, lud das Schiff erwartungsgemäß neue Ladung. Dazu gehören auch weitere Reisende gen Ost, weitere Krieger, die mit uns fahren. Dafür war für zehn von uns hier das Ziel ihrer Reise. Sie dienen nun bereits in der Guigans von Abajez. Wir anderen werden weiterfahren; wie uns gesagt wurde nun ohne erneuten Halt bis zu unserem Ziel, der Stadt Almez.

Heute morgen bereits legten wir ab. Ich sitze hier auf dem Vordeck. Die grauen Gipfel von Galjúin ziehen an uns vorbei. So ähnlich muss Nirza aussehen, nur kälter und nicht so warm wie dieses nördliche Land. Selbst der Wind auf See ist warm..

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Das gesamte Buch kann man auch kaufen.

Couccinne ruft…

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