Falerte, Teil 50: 2. Tagebuch des Falerte Khantoë

XIL: 2. Tagebuch des Falerte Khantoë

 

18. 02. 3980, Fugans.

Wir befinden uns auf dem Weg nach Atáces und lagern diese Nacht am Rande eines Dorfes namens Fugans. Irgendwie kommen wir diesmal langsamer voran als damals, als es in die umgekehrte Richtung ging. Vermutlich liegt es daran, dass wir diesmal ausgelaugter sind. Sehr viel marschieren werden wir nicht mehr können.

Ein Kerl namens Castaris scheint die Befehlsgewalt über unsere Begleiter zu haben, eine kleine Gruppe von zehn Mann, die uns nach Atáces bringen soll. Irgendwie fühlt man sich da gleich als Schwerverbrecher. Castaris muss etwas wichtiges aus Atáces sein, zumindest jedenfalls gehört er nicht zur Armee. Immerhin aber muss er genauso wie wir alle unter freiem Himmel schlafen. Zum Glück sind wir bereits wieder mitten im Frühling, kühler als bei unserem letzten Mal auf diesem Weg ist es trotzdem. Die erste Zeit hatte es zu allem Überfluss auch noch geregnet.

Mich scheint man für geistig angegriffen zu halten, doch kann mir das nur recht sein; so habe ich mehr Ruhe. Ach, wir sechs die wir aus dieser grässlichen Feste entkamen sind nicht mehr allein. Damals bei unserem Durchstoß der Sperre, welche die Eingeborenen im Tajazi errichtet hatten, waren einige von uns nach dem Kampf vermisst worden. Wie sich nun herrausstellte, überlebten es zwei von ihnen, den Fluss hinab getrieben zu werden. Nachdem sie das Ufer erreichen konnten, schlugen sie sich nach Süden durch und kamen nach Médyhúda, welches zu diesem Zeitpunkt schon befreit worden war. Immerhin waren sie so geistesgegenwärtig, ebenso wie wir die Schuld an allem anderen zu geben, und so wurden sie zusammen mit uns verurteilt.

Und oh! Wir groß meine Freude doch war, als einen der Überlebenden Couccinne zu erkennen! Wir durften erst außerhalb von Ejúduira miteinander reden, doch wieviel wir uns nun zu erzählen haben! Doch Couccinne scheint in seinen düsteren Stimmungen zu sein, scheint kein gutes Ende für uns zu sehen. Ich versuche weiterhin, ihn aufzumuntern, ihm unsere Erlebnisse zu berichten, doch wie soll dies gehen, ohne ihn von all meinen dunklen Träumen und Befürchtungen zu erzählen?

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