Falerte, Teil 66: 2. Tagebuch des Falerte Khantoë

LXV: 2. Tagebuch des Falerte Khantoë

 

07. 07. 3980, Atáces

Ich muss nach Hause, dringend! Wie schaffe ich es nur? Mir muss etwas einfallen!

Es ist schon über einen Mondlauf her, dass diese schrecklichen Dinge geschahen. Dass ich Oljó tötete sowie diese schrecklichen Kammern! Wie oft träume ich von ihnen, oh diese Qual! Bis heute wissen die anderen nicht, dass ich Oljó umbrachte, dass ich diese eklen Eier in einer der Kammern fand und zerschmetterte unter dem Geröll der Decke. Und Mosíz tut weiter so, als gäbe es nichts Böses auf der Welt, als wäre alles nun bestens! Oh dieser verblendete arme Mann. Es quält mich, stillhalten zu müssen, denn sie würden mich doch nur wegsperren. Wie traurig. Doch vielleicht wird sie ihr gerechtes Schicksal ereilen.

Wir sind zurück in Atáces. Jimmo tut mir Leid, scheint er doch sehr zu leiden, doch kann ich nichts tun. Auch mir ging Dostens Tod nahe, doch Jimmo ist seit Wochen kaum ansprechbar. Castaris dagegen war für uns nur ein gewöhnliches Opfer, das gebracht werden musste, nichts besonderes. Couccinne scheint mir als einziger zu glauben, doch weiß ich nicht, ob das gut für ihn ist. Ich bin es, der weiß was diese Wesen, diese Banditen, diese Eingeborenen wahrhaftig planen. Es scheint aber, als könnte ich das niemandem hier verraten. Die meisten würden mir nicht glauben und die, die es täten, wären dann genauso arm dran wie ich. Doch wie soll ich dieses Geheimnis mit mir herumtragen können? Wird es mich nicht wahrhaftig wahnsinnig machen, nie die sichere Wahrheit zu wissen?

Zunächst stehen aber andere Dinge an; Dinge, die mich vielleicht gut ablenken werden von all diesem Unheil. Jedenfalls hoffe ich das. In drei Tagen sollen wir vor die Obrigkeit treten. Das ist zwar kein Gericht und keine Verhandlung, doch trotzdem will man uns anhören. Selbst wenn es nur etwas mit den von Mosíz geforderten Beförderungen zu tun hat, verspricht es für mich keine freudige Veranstaltung zu werden. Ich habe Angst, etwas falsches zu sagen, sowohl, dass ich etwas verraten könnte, als auch, dass sie mich für verrückt halten – oder es nie erfahren und deshalb in ihr Unglück rennen.

Ah, ich bekam gerade Post. Briefe von Garekh und meiner Schwester… !

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Das gesamte Buch kann man auch gedruckt kaufen.

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