Falerte, Teil 71: Logbuch des Obersten Seewächters Amerto an Bord der ‚Sturmwind‘

LXX: Logbuch des Obersten Seewächters Amerto an Bord der ‚Sturmwind‘

 

14. 08. 3980, An Bord der ‚Sturmwind‘.

Gestern durchfuhren wir den Sund von Omér. Wieder einmal  ohne Probleme, doch dann! Verflucht seien alle Winde dieser Welt! Wohin mögen sie uns wohl jetzt treiben?

Gestern Abend gerieten wir in einen Sturm und selten habe ich so einen grausamen erlebt. Wir kämpften die ganze Nacht hindurch mit Segeln und Ruder um unser Leben und verloren doch. Zwanzig meiner Männer sind tot – über Bord gegangen, auf Deck gestürzt oder von Tauen erwürgt. Viele andere haben sich Gliedmaßen gebrochen oder anderes getan. Verdammt seist du Himmel! Nun verhöhnst du uns mit deinem schrecklich dürren Sonnenschein!

Die Segel sind allesamt zerfetzt, ein Mast gebrochen und das Ruder macht, was es will. Hilflos treiben wir hier über das Meer. An sich ist dies noch nicht so schlimm, wird uns die Strömung schon irgendwann an ein Ufer treiben. Doch welches wird es sein? Kaum ein Land ist gut zu sprechen auf Toljiken. Von allen Möglichkeiten scheint Ramit das kleinste Übel zu sein. Zwar könnten die falschen Ramiten uns finden, die sich über ein verwundetes toljikisches Schiff bloß freuen würden um es mitsamt Mannschaft verschwinden zu lassen, auf dass es nie wiederkehre, doch immerhin haben wir einen echten Ramiten an Bord; allein das muss doch etwas wert sein. Sollten wir dagegen an eine der Küsten gespült werden, wo angeblich Menschenfresser hausen, so wären wir endgültig verloren.

Der Ausguck ruft! Ein Schiff!

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