Der schlimmste Tag – VIII

Vorsichtig betrat Fahach wieder den Flur. Ihm verblieb nur noch gut eine Stunde, bevor sein Feierabend angefangen hätte, und dann noch ein oder zwei, bis die Sonne unterging und das Fest anfinge. Nicht viel Zeit. Er fühlte sich, als säße ihm etwas im Nacken, dass ihn mit rasender und stetig steigender Geschwindigkeit verfolgte. Wie sollte er all das, was er geplant hatte, noch erledigen? Nie zuvor war es geschehen, dass ihm immer wieder etwas dazwischen kam, dass eine Störung die andere jagte. Dieser ganze Tag war ein einziges Unglück, soviel war klar, und fraglich nur noch, wie es abzuschwächen sei. Nun konnte er aber nicht anders, als so fortzufahren, wie er begonnen hatte.

Der Weg führte ihn nach Rechts, an den nördlichen Wohnzimmern vorbei und schließlich gen Links, in den Bereich der Werkstätten, wo er hin und wieder einen Hammer schlagen oder eine Säge ratschen hörte. Schließlich gelangte er in den Osttunnel hinaus und bog auf den Haupthof ein, da er nicht durch das Wohngebiet der Anwärter gehen wollte.

Gegenüber, auf der anderen Seite des Hofes aber, sah er einige der Fenster, welche zu den Unterrichtsräumen gehörten. Was seine Brüder und – wichtiger noch – Schüler gerade wohl trieben? Ob sie ohne ihn es wohl schaffen konnten, keinen Unsinn anzustellen? Welch schlechtes Vorbild er durch seine Unfähigkeit doch war. Rechts wiederum würde der Wächter am Tor stehen, doch an diesen dachte er nicht, als er sich nach links wandte und an der Mauer entlang gen südlichen Wohnbereich ging. Und tatsächlich, dort droben, über dem Erdgeschoss, erkannte er zum ersten Mal den Balkon. Es war ein merkwürdiges Gefühl, etwas zu sehen, das ihn trotz all seiner Jahre nie zuvor aufgefallen war und das selbst jetzt noch wenig auffällig war, denn konnte es sich gut an das Gesamtbild des Daches angleichen. Darum kümmerte ihn das auch nicht weiter, bis er ihn aus dem Blick verlor und schließlich durch die Haupttür in den südlichen Wohnbereich trat, unweit seines eigenen Zimmers.

Kurz verspürte er den Drang, mal nachzusehen, sicherzugehen, dass alles dort in Ordnung war, dass es keinen Wasserschaden gäbe. Doch hatte er dafür keine Zeit, auch wenn eine schreckliche Lockung es verlangte, ihn förmlich gen Süd zerrte, derweil sein Verstand mit ihm nach Westen ging. Doch sobald er den Wohnbereich hinter sich hatte und an der Halle der Bücher vorbei ging, ließ das Gefühl auch wieder nach. Stattdessen wuchs die Aufregung. Selten nur hatte er viel mit den Oberen zu tun. Für ihn waren sie immer noch die unerreichbaren Ehrgestalten, von denen man raunen, mit denen man aber nicht sprechen konnte; die immer alles besser und – richtig wussten. Er selber war im Vergleich zu ihnen unwichtig, unerfahren, unwissend. Der Gedanke, sie anzusprechen, machte ihn unruhig; fast noch mehr, als beim Ältesten, den er mittlerweile gewissermaßen hatte kennenlernen können.

Nach einer Weile stand er vor der – so weit er wusste – richtigen Tür und klopfte an.

Tatsächlich ertönte es: „Herein!“

Auch sein Herz klopfte, doch schnell und lautlos. Sein Atem war ebenso schnell, doch flach und verschaffte ihm kaum Luft. Er wollte sicher nicht eintreten, doch musste er es tun. Fliehen wollte sein Körper, ausschalten sein Geist – und seine Hand öffnete die Tür. Vorsichtig trat er ein, verneigte sich leicht und schloss die Tür wieder hinter sich.

„Verzeiht – darf ich stören?“

Der Oberste, der an seinem Pult über einem Buch gesessen hatte, kniff kurz die Augen zusammen und musterte ihn, bevor sich sein Blick aufhellte, als er ihn erkannte. „Ah, ihr seit doch Bruder Fahach, oder?“ Unruhig stand er auf und warf einen Blick zum Fenster hinaus, derweil Fahach versuchte, eine Antwort zu Stande zu bekommen.

„Äh – ja – ich -“

„Ihr habt euch ganz schön Zeit gelassen. – Ich habe euch schon vor einer Stunde erwartet.“

„Nun – ja – der Hausmeister -“

„Ich weiß, der Hausmeister schickt euch.“ Dann sah er ihn plötzlich mit leichtem Zorn an. „Was habt ihr euch nur dabei gedacht, so unvorsichtig mit euren Schülern umzugehen? Ihr habt die Verantwortung für sie und dann lasst ihr sie solchen Unsinn machen.“ Seine Miene klärte sich aber wieder. „Aber gut, dieser Knabe – wie nennt ihr ihn? Ach ja – Unfug – wie passend! – ja, dieser Knabe bereitet uns schon seit seiner Aufnahme bei uns Schwierigkeiten. Immer wieder beschweren sich seine Lehrer und immer wieder gibt es Neuigkeiten über ihn. Es scheint so, als wäre er nun fortgelaufen.“ Er setzte sich auf das Fensterbrett und blickte leicht traurig seine Hände an, während sie miteinander spielten. „Jedenfalls hoffe ich das für ihn, denn wenn nicht, droht ihm der Rauswurf. Zumindest, wenn es nach mir geht. Er ging eine schwere Verpflichtung ein, als er ins Kloster kam und scheint diese nicht beherzigen zu wollen. Wenn die Sucher ihn nicht finden, melden wir es den Behörden in der Stadt. Und wenn sie ihn dann finden -“ Endlich schien ihm etwas aufzufallen. „Aber ihr seid sicher nicht hier, um mir zuzuhören. Leider weiß ich auch nicht, wo die Sucher jetzt sind, aber wird es wohl irgendwo hier im Kloster sein. Und jetzt geht – ich habe euch lange genug aufgehalten.“

Fahach war einen Augenblick zu verwirrt, um zu antworten. Da der Obere ihn aber ungeduldig ansah, nicke er, sich leicht verbeugend, öffnete die Tür, verschwand hastig aus dem Zimmer und schloss sie hinter sich wieder. Erst dann beruhigte er sich langsam wieder und ihm fiel etwas auf. Die Sucher finden? Welche Sucher? Hätte er ihm nicht etwas mehr sagen können? Wie wäre es mit Namen – wer suchte denn? Brüder, Anwärter, Kerle aus der Stadt -? Wie sollte er jemanden finden, von dem er nicht mal wusste, wer er war? Da würde es wohl leichter werden, Unfug selbst zu suchen. Seine einzige Möglichkeit wäre es, auf eine Gruppe zu achten, die seltsam unter Steine und in dunkle Ecken spähte und immer wieder nach Unfug rief. Aber wo sollte er anfangen? Und so langsam, da seine Angst verflogen war, die Atmung sich verbesserte und sein Körper keinen Grund mehr sah, fliehen zu wollen, setzte eine unglaubliche Mattigkeit ein, gefolgt von dem ihn ewig verfolgenden Kopfschmerzen. Am liebsten hätte er sich hingelegt, doch war das so nicht möglich. Stattdessen fing er an zu wandern, wusste er doch nichts besseres zu tun.

Sein Weg führte ihn gen West, und bevor er es selber wusste, fing er auch schon an, einem regelrechten Plan zu folgen, der ihm bei der Suche helfen sollte. Er musste einfach nur jeden der beiden Hauptflügel im Kreis umgehen und anschließend nochmal in höhere Stockwerke wechseln. Es war eine unglaubliche Strecke zu bewältigen und schon beschwerten sich seine Füße, doch gab es keinen Weg darum herum. Das Streifen durch den Wohnbereich der Oberen war nicht verboten, aber trotzdem würde man ihn seltsam ansehen, wenn man ihn entdeckte, weshalb ihm unwohl wurde. Zum Glück suchte er nicht nach Unfug, für den allein er wohl in jeden Wandschrank hätte sehen müssen, sondern nach einer Gruppe. So eilte er durch die Gänge, nur die großen nehmend und wann immer er konnte, hielt er sogar kurz inne und lauschte. Oberen begegnete er zum Glück nicht, doch hörte er einmal mehrere Stimmen reden hinter einer Tür und lauschte kurz. Sich wie ein Verbrecher und Verräter fühlend, als er feststellte, dass es nicht die Gesuchten waren, machte er sich wieder davon.

Kurz darauf kam er an den Ausgang, durch welche die Oberen immer die Gebetshalle betraten. Es war ein seltsames Gefühl, diese Tür selbst zu benutzen, doch musste er es tun. Er kam so auf den Hinterbereich der Bühne und war froh, dass kaum jemand in der Halle anwesend war und diese Handvoll mit ihren Gebeten beschäftigt war. – Hier waren die Sucher also auch nicht. Auf der anderen Seite führte eine Tür weiter, diesmal durch schmale Gänge mit kleinen Räumen weiter in das Hauptlager. Dieses zu durchsuchen war schwerer, nahm es doch fast den ganzen nordwestlichen Flügel ein und war zudem unübersichtlich eingerichtet. Das meiste machte dabei aber eine einzige große Halle aus, die wahllos mit Regalen und Kisten vollgestopft war. Eine Handvoll Lagerarbeiter lief ständig etwas suchend durch die Gänge, kletterte Leitern hoch und runter und schrie sich Dinge zu. Das große Tor zum westlichen Hof stand offen und ließ das Sonnenlicht ein, doch der Hof selber war leer. Immer, wenn ein Regalgang nicht einsehbar war, musste Fahach dort kurz nachsehen, auch in die seltsamen kleinen Hallen, die man in die große Halle hinein gebaut hatte. Doch im Lager schienen auch keine Sucher zu sein.

Ungeduldig verließ er es, um durch den Unterrichtsbereich gen Süden zu gehen. Hier hielt er an jeder Tür, um kurz zu lauschen. Hin und wieder vernahm er auch Stimmen, aber meist nur eine einzeln, die den anderen etwas erklärte. In die Räume hinein wollte er lieber nicht sehen, da immer noch Unterricht war und ihm eine Störung schrecklich peinlich gewesen wäre. Wieder im Süden angekommen, warf er noch einen Blick in die Halle der Bücher, doch verhielt sich dort niemand ungewöhnlicher, als er es sonst auch getan hätte. Östlich folgte er südliche Wohnbereich, in dem es keine weiteren Überraschungen gab. Den Drang, in sein Zimmer zu sehen, hatte er zum Glück vergessen.

Am Beginn des Anwärterbereichs aber hatte er kurz zu überlegen, in welche Richtung er gehen solle. Letztlich entschied er sich, zuerst durch Speisesaal, Küchen und Vorratskammern zu stapfen. Dort herrschte zwar reger Betrieb, doch schien niemand etwas zu suchen. Im Wohnbereich der Auswärtigen musste er sich vorsehen, deren Unvorsichtigkeit zu entgehen, doch gab es plötzlich, da sein großer Plan zerstört war, scheinbar keine kleinen Überraschungen und Unfälle mehr. Es hätte ihn gewundert, wären die Sucher im Nordostlager, doch warf er vorsichtshalber auch dort einen Blick hinein.

„Ah – Bruder Fahach – kann ich -“

Schnell verließ er die Tür wieder, als ihm der Lagermeister zu nah kommen wollte.

Der nördliche Wohnbereich schien ausgestorben, was ihn wunderte. Die Werkstätten und Krimskramszimmer hielten ihn wieder auf, da es so viele von ihnen gab und er in viele hineinsehen musste. Manches Mal musste er sich wieder verziehen, als er jemanden beim Arbeiten störte, was ihm schrecklich peinlich wurde. Bald würde er wohl das Gespräch des Tages werden, lautete seine größte Befürchtung.

Im Osttunnel warf er kurze Blicke auf den Ost- und Haupthof. Im Garten glaubte er sie schon fast gefunden zu haben, doch waren es nur ein paar Schüler mit ihrem Lehrer – immer noch dieselben sogar. Zuletzt kamen noch die Zimmer der Anwärter, die er zwar hätte durchsuchen dürfen, doch schien ihm dies nicht nötig. Als er auch dort keiner Gruppe begegnete, wechselte er im südlichen Wohnbereich in das Stockwerk darüber. Dieser Bereich beherbergte allerlei unterstützende Räume, wie Waschküchen, Trockenräume, Kleiderlager, Nähzimmer. Und in der großen Waschküche war es, wo er sie endlich fand.

Als er den Raum betrat, erkannte er zunächst gar nichts. Die Waschbecken wurden durch den Dampf der darunter liegenden Küche angeheizt und jetzt, da das Abendessen vorbereitet wurde, war der große Raum voller Qualm und einige Wäscher bei der Arbeit beschäftigt. Fertige Wäsche hing bereits zum Abtropfen über Abführrinnen an Leinen und bildete teils unübersichtliche Gänge. Verwirrt ob der schlechten Sicht im Raum, in dem er noch nie zuvor gewesen war, irrte Fahach nach seinem Eintritt umher. Nachdem er einige Male fast in nasse Wäsche gelaufen oder einen Bottich gefallen wäre, lief er fast in einen ihm nur wenig bekannten Bruder, doch konnte noch vor seinem Rücken halten. Während er versuchte, sich von dem Schreck zu erholen, gab der Bruder ein Wort von sich.

„Unfug!“ rief er und einige Wäscher starrten ihn verwirrt an.

Doch Fahach war fast außer sich vor Freude. „Ihr sucht Unfug?“

Nun war der Bruder der Überraschte. Schnell drehte er sich um; sein Gesicht wurde freundlich. „Ah, Bruder Fahach – ihr seid’s. Wir fragten uns schon, wann ihr kommt.“

„Ich musste euch im ganzen Kloster suchen, weil niemand wusste, wo ihr steckt.“

„Oh – ja, wir suchen schon eine Weile.“

„Und ihr habt ihn noch immer nicht gefunden?“

Die Frage war unsinnig, und der Bruder schüttelte nur den Kopf.

„Wo sind die anderen?“

„Kommt, ich bringe euch zu ihnen.“

Die Suchergruppe schien wie Fahach selbst immer die Gänge abgeschritten zu sein. An einzelnen Punkten trennten sie sich dann stets, um nahe größere Räume zu überprüfen und kamen danach wieder zusammen. Die Sucher waren fünf Brüder, die Fahach allesamt nur flüchtig kannte. Ein wenig überraschte es ihn aber schon, das sie alle Zeit hatten, nach dem unnützen Anwärter zu suchen.

„Wir übernehmen die Suche in solchen Fällen immer“, erklärte einer. „Soll die anderen Brüder entlasten und vor Verwirrung schützen. Es tut mir leid, dass ihr nichts davon wusstet.“

Wichtiger war für Fahach aber: Warum hatte ihm auch der Oberste nichts gesagt? „Und wie lautet der Plan?“ Langsam wurde er ungeduldig; die letzte Stunde vor dem Abend näherte sich mit riesigen Schritten.

„Naja, wir werden das Stockwerk weiter durchsuchen.“

„Und wenn er gar nicht hier ist? Wir haben nicht ewig Zeit.“

„Ja, das meinte dieser Knabe auch – also das mit dem nicht hier sein.“

„Was – welcher Knabe?“

„Wie heißt der? – der Dicke – der Freund von -“

„Butterlöffel?“

„Genau der – blöder Name -“

„Was ist mit ihm? Er kennt Unfug!“

„Das sagte er auch – und dass der Kerl sich wohl nicht im Kloster verstecken würde -“

„Und warum sucht ihr dann hier?“

„Der Dicke sucht mit zwei anderen Anwärtern den Hügel ab. – Wir überprüfen das Kloster. – Was ist daran falsch?“ Nun schien der Bruder beleidigt.

„Ach – nichts. Aber vermutlich werdet ihr keinen Erfolg haben. Ich werde nach Butterlöffel suchen, ihr macht hier weiter und wenn ihr Unfug dann doch findet, schickt jemanden zu uns.“

Ohne weitere Bestätigungen abzuwarten, machte sich Fahach wieder auf den Weg. Diesmal suchte er nicht nach Umwegen; sein Ziel war klar und der Weg dorthin sollte keine Zeitverschwendung mehr beinhalten. Eilig ging er zurück zur Treppe und stieg hinab ins Erdgeschoss. Die letzte Stufe wollte ihn bei sich behalten und er stolperte voran. Erschrocken blickte er sich um, ob es jemand bemerkt hätte – so etwas war noch nie zuvor geschehen. Langsam machte ihn der Tag vollkommen mürbe; wie lange er das wohl noch ertragen könne? Es war Zeit, dass er endete oder wieder zur Gewöhnung zurückkehrte.

Schnell war er wieder sicher auf den Füßen, ging weiter geradeaus und schließlich durch den Osttunnel auf den Hauptplatz. Hier war sein Augenmerk das Klostertor und die Weite des Hügels dahinter. – Der Torwächter. Hätte der nicht Unfug bemerken müssen? Ausnahmsweise ging er genau auf ihn zu.

„Hallo – wachst du hier schon den ganzen Tag?“

Der Wächter nahm eine ehrfurchtsvolle Haltung an. „Ja, das tue ich.“

„Du hast mich vorhin zum Hausmeister geschickt.“

„Ja, das habe ich.“

„Weißt du, warum du das tun solltest?“

„Nein, tut mir leid.“

„Hast du zufällig in den letzten Stunden einen Anwärter durch dieses Tor gehen sehen?“

„Oh, nicht nur einen.“

„Wen alles?“ Fahach ahnte schlimmes.

„Vor ’ner Weile Unfug; eben Butterlöffel und -“

Seine Befürchtungen hatten sich erfüllt. Warum hatte dieser – aber gut, vielleicht wusste der Wächter auch einfach nichts von dem Problem. Bevor er ihn hätte beleidigen können, ging er lieber, ohne ein Wort zu sagen.

Er fand Butterlöffel am Festplatz, wo er gerade auf Unfug einzureden versuchte. „Jetzt komm wieder mit, du weißt ja nicht, wie viel Aufregung du du verursacht hast. Das wird Ärger geben!“ An der Stelle bemerkte er Fahach und hielt erschrocken ein.

„Hier steckt ihr also!“

Unfug, den schon das Verhalten seines Freundes vorbereitet hatte, drehte sich um.

Es war Butterlöffel, der sprach. „Bruder Fahach! – Oh! – Ihr – wir wollten gerade zu euch kommen.“

„Wisst ihr beiden eigentlich, wie viel ihr durcheinander gebracht habt?“

„Es war nur meine Schuld; der Dicke hier kam grad erst und wollte sogar versuchen mich zu überreden mitzukommen.“

„Trotzdem wart ihr beide nicht beim Unterricht. Und wegen dir ist mein ganzer Tag ein Schutthaufen!“

„Es ist doch nichts ungewöhnliches, dass ihr mit mir unzufrieden seid. Habt ihr euch immer noch nicht daran gewöhnt?“

Kurz war Fahach sprachlos. Er beschloss, diese Aussage nicht zu beachten.

„Ihr seid  hier in einem Kloster, in dem es Regeln zu befolgen gibt. Tut ihr das nicht, könnt ihr verstoßen werden. Und so weit ich weiß, hat keiner von euch Familie oder Freunde außerhalb; deshalb seid ihr hierher gekommen und auf uns angewiesen.“

„Meine Gewohnheit ist es, überraschendes zu tun. Warum sollte das ein Regelverstoß sein?“

Wieder war Fahach kurzzeitig zu erstaunt. „Warum – weil du damit die Gewohnheiten von uns allen gefährdest! Darum!“

„Habt ihr jetzt vor, mich zu verstoßen?“ Klang da etwas Furcht mit?

„Also ich würde gerne mal wissen wollen, warum du heute so durchgedreht bist.“

„Ich glaube, weil ich es hier nicht mehr aushalte. Dem Aufbau hier zuzusehen macht mehr Spaß.“

„Gut – wir sollten am besten mal zurückgehen. Ich schätze, ein Oberer wird dich heute noch sehen wollen. Aber vorher sollten wir endlich zum Abendessen gehen.“

Kaum, dass sie das Kloster wieder betreten, läuteten auch schon neunzehn Schläge.

 


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