GS188 Das ewige Denken an den Tod

Bin ich in einer öffentlichen Menschenmenge, stelle ich mir vor, wie eine Bombe explodiert.
Bin ich nah Raubtieren, stelle ich mir vor, wie es ist zerfleischt zu werden.
Fahre ich mit dem Zug, stelle ich mir vor, wie er entgleist.
Gehe ich über Schienen, stelle ich mir vor, wie mich ein Zug überrollt.
Stehe ich am Gleis, stelle ich mir vor, vor den Zug zu springen.
Stellt sich in der Bahn eine dubiose Gestalt hinter mich, stelle ich mir vor, wie sie mir ein Messer durch den Schädel jagt.
Gehe ich über die Straße, stelle ich mir vor, wie mich ein Auto erfasst.
Fahre ich mit dem Auto, stelle ich mir vor, einen Unfall zu haben.
Fahre ich mit dem Fahrrad eine unübersichtliche enge Stelle herab, stelle ich mir vor, wie ich in etwas hineinkrache.
Bin ich in einem Tunnel, stelle ich mir vor, wie er zusammen stürzt.
Bin ich am See, stelle ich mir vor, wie es wäre zu ertrinken.
Stehe ich an einer Klippe, stelle ich mir vor, wie es wäre hinab zu fallen.
Sehe ich ein hohes Haus, stelle ich mir vor, wie es wäre hinunter zu springen
Fahre ich mit dem Fahrstuhl, stelle ich mir vor, wie er abstürzt.
Gehe ich Treppen hinauf, stelle ich mir vor, wie es wäre sie hinab zu fallen und sich das Genick zu brechen
Bin ich zu Hause, stelle ich mir vor, wie es wäre, mich mit der Armbrust zu erschießen, mit dem Schal zu erwürgen, Pillen zu nehmen, die Adern aufzuschlitzen, den Gasherd explodieren zu lassen, aus dem Fenster zu springen.

Das ewige Denken an den Tod begleitet mich, seitdem ich hier wohne, seitdem ich allein bin, seit dem ich die traurige Einsamkeit der Welt kenne.

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