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Bekannte Städte und Dörfer, Teil III: Indemor
Indemor, zugleich eine der ältesten noch existierenden, als auch eine der abgeschiedensten Städte von denen man weiß, ist eine Siedlung, die nur selten jemand per Zufall betritt. Gegründet wurde die Stadt gegen 1600vdF von einem heute im Volk von Akalt aufgegangenen Stamm der Ostkalten, den Indiern, welche einst im Geronanwald heimisch waren. Doch nach einem Streit der Familien dieses Stammes zogen viele von dannen, um sich ein neues Heim zu suchen. Einige gingen in die Schmelzöfen, wieder andere nach Norden, wo sie sich am Cormoda/Joral niederließen, andere folgten dem Geronan nach Osten. Die für uns jetzt relevanten ließen sich in dem großen, heute als Arills Schlachtfeld bekannten Moorgebiet nieder und gründete ihr Dorf, welches man IndenSumpf nannte.
Eine bekannte Eigenschaft des Cormoda/Joral ist nun, dass der Fluss im Moorgebiet oft und gern seinen Lauf ändert, auch entstehen auf diese Art häufig neue Seen in der Region. Die Bewohner der Dorfes gaben dieses aber nicht auf, sondern bauten fortan auf Pfählen und Flößen, was irgendwann auch nicht mehr anders ging. Das Dorf wuchs und gedieh trotzt aller Widrigkeiten. Immerhin lag es bald direkt zwischen den beiden Reichen von Istland und Pakama und wurde so zu einem wichtigen Handelspunkt. Das IndenSumpf aber überhaupt jemals zur Stadt werden konnte, verdankte es hauptsächlich der guten Beziehung seiner Bewohner mit dem heimischen Volk des Moores, den sogenannten Seeleuten, welche mittlerweile auch in größerer Zahl in Indemor leben.
Irgendwann schloss sich IndenSumpf mit der ebenfalls Ostkalt-Stadt Astwolen/Astovolen (heute: Taevolon) zu einem Bund zusammen. Bald wurde ein Reich daraus: Inden. Vom Rande des Geronanwaldes bis zu den Grauspitzen im Norden und dem Rothan im Osten.
So lebte man denn ruhig und zufrieden in Inden, bis 804 der Orann vor der Tür stand. IndenSumpf war eines der ersten Ziele von Tulann Orann. So herrschten denn nun also die oftmals tyrannischen Oranns über die kleine Stadt und das Reich Inden. Das Gebiet des oberen Cormoda/Joral mit seinem Moorland nannte man bald Uzan-garn, aus IndenSumpf wurde Indemor. Die Indener wagten nie einen Aufstand, dafür waren sie stets zu friedliebend.
Erst Jahrhunderte später war es, als die westlichen Verwandten der Einwohner von Uzan-garn ihre Unabhängigkeit wieder wollten. Unter dem Namen Akalt kämpfte es gegen seine Unterdrücker und unfern von Indemor fand die letzte einer Reihe gewaltiger Schlachten statt, in der Akalts Führer Arill Mavillen den Sieg eringen konnte. So bekam Arills Schlachtfeld seinen Namen. Mavillen versuchte auch Uzan-garn zu befreien, doch dieses weigerte sich, sich auf irgend eine Seite zu schlagen. So nahm man es mit Gewalt. Arill Mavillen starb bereits 10 Jahre nach seinem Amtsantritt einen gewaltsamen Tod. Was kaum jemand weiß: es war ein Indener, der ihn erdolchte.
Zardarrin übernahm Inden sofort wieder als Uzan-garn, doch Akalt konnte frei bleiben und an beidem hat sich bis heute nichts geändert. Im Laufe der Zeit aber versanken die auf Grund gebauten Häuser in Indemor allmählich im Morast. Auch der Pfahlbau sollte immer weniger bringen. Das ist der Grund, warum man heutzutage ständige Bautätigkeiten in der Stadt antreffen kann, und meist nimmt man nur die billigsten Materialien zum Bau.
Die Stadt ist eigentlich ein loses Zusammenhängsel aus teilweise weit verstreut liegenden Häusern, viele davon verbunden durch auf dem Wasser schwimmenden Brettern und Stegen. Boote sieht man als das häufigste Verkehrsmittel. Fast die Hälfte der Bevölkerung besteht mittlerweile aus den Seeleuten. Diese können sich aber mit Menschen nicht geschlechtlich vermischen, und die rassenfeindlichen Gesetze Zardarrins verbieten ihnen, höhere Positionen einzunehmen.
Abgesehen von Oidemor, das auf festem, trockenen Grund gebaut ist, gibt es in Uzan-garn keine anderen richtigen Städte. Die Gegend war nie stark besiedelt, und seit dem Bürgerkrieg zwischen Entika und Zardantok achtet kaum noch jemand auf diese Grenzmark. Mittlerweile sind die Indener etwas stärker verbunden mit ihren Verwandten in Akalt und es bleibt abzuwarten, ob sie die Gunst der Stunde diesmal nutzen werden.

